Wenn wir mit Handwerksbetrieben über Suchmaschinenoptimierung sprechen, kommt fast immer derselbe Einwand: Wir haben doch genug zu tun. Das stimmt, die Auftragsbücher sind 2021 vielerorts voll. Aber genau darin liegt ein Denkfehler. SEO wirkt nicht heute, sondern in einem Jahr, und wer erst dann anfängt, wenn die Anfragen dünner werden, hat die Durststrecke schon vor sich. Dazu kommt: Kaum eine Branche kann bei Google mit so wenig Aufwand so viel gewinnen wie das Handwerk, weil die meisten Wettbewerber schlicht nichts tun.
Warum Handwerker bei Google im Vorteil sind
In umkämpften Branchen wie Versicherungen oder Reisen kämpfen ganze Abteilungen um jede Position in den Suchergebnissen. Im Handwerk sieht die Lage anders aus: Viele Betriebe haben eine Website aus den Zehnerjahren mit drei Seiten, manche gar keine. Wer hier mit einer ordentlichen Seite, klaren Leistungsbeschreibungen und einem gepflegten Google-Profil antritt, steht oft nach wenigen Monaten vor Wettbewerbern, die seit zwanzig Jahren am Ort sind. Der Aufwand, der anderswo für einen einzigen Platz nötig wäre, reicht im Handwerk für die komplette Region.
Das Fundament: Google My Business
Bevor Sie einen Euro in die Website stecken, kümmern Sie sich um Ihren Eintrag bei Google My Business, dem Kasten mit Karte, Öffnungszeiten und Bewertungen, der bei regionalen Suchen erscheint. Vollständig ausgefüllt, mit echten Fotos von Baustellen und Team, den richtigen Kategorien und aktuellen Kontaktdaten, ist dieser Eintrag für viele Betriebe die wichtigste einzelne Maßnahme überhaupt. Denn wer "Elektriker" und seinen Ortsnamen sucht, sieht zuerst die Karte, und erst danach die klassischen Ergebnisse. Sammeln Sie außerdem systematisch Bewertungen: Fragen Sie zufriedene Kunden nach Abschluss aktiv danach, die meisten machen mit, wenn man sie schlicht bittet.
Eine Seite pro Leistung, nicht eine Liste für alles
Der häufigste Fehler auf Handwerker-Websites ist die Sammelseite: eine einzige Unterseite, auf der von Badsanierung bis Wartung alles in einer Aufzählung steht. Google kann eine solche Seite keiner konkreten Suche zuordnen. Besser ist eine eigene Seite für jede wichtige Leistung, mit eigener Überschrift, eigenem Text und den Fragen, die Kunden dazu wirklich stellen. Ein Betrieb für Sanitär und Heizung braucht also eine Seite zur Badsanierung, eine zum Heizungstausch, eine zum Notdienst. Das klingt nach Arbeit, ist aber der Kern des Ganzen: Jede dieser Seiten kann für ihre Suche gefunden werden, die Sammelseite für keine.
Schreiben Sie, wie Ihre Kunden suchen
Niemand sucht nach "innovativen Sanitärlösungen". Gesucht wird "Bad renovieren Kosten", "Heizung macht Geräusche" oder "Dachrinne undicht wer hilft". Gute Texte für Handwerker-Websites nehmen genau diese Sprache auf und beantworten die Fragen dahinter ehrlich: Was kostet das ungefähr, wie lange dauert es, was ist zu beachten. Betriebe scheuen sich oft, über Preise zu schreiben, aus Sorge, Kunden abzuschrecken. Unsere Erfahrung ist das Gegenteil: Wer Preisspannen nennt, bekommt weniger, aber deutlich ernsthaftere Anfragen, und spart sich die Angebote für Interessenten, die ohnehin nie beauftragt hätten.
Bilder von echten Baustellen schlagen jede Datenbank
Fotos aus Bilddatenbanken erkennt jeder sofort, das lächelnde Model mit dem blitzsauberen Werkzeuggürtel überzeugt niemanden. Fotografieren Sie stattdessen Ihre echten Projekte: vorher und nachher, Details, das Team bei der Arbeit. Solche Bilder brauchen keine Profikamera, ein aktuelles Smartphone reicht, wenn das Motiv stimmt. Sie wirken doppelt: auf der Website als Beleg Ihrer Arbeit und im Google-Profil als Lebenszeichen, das den Eintrag aktuell hält.
Einheitliche Daten überall
Ein technischer Punkt, der viel ausmacht: Ihr Firmenname, Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer sollten überall identisch geschrieben sein, auf der Website, bei Google, in Branchenverzeichnissen, bei der Handwerkskammer. Unterschiedliche Schreibweisen verwirren Suchmaschinen und kosten Vertrauen in die Angaben. Eine Stunde Aufräumen in den wichtigsten Verzeichnissen ist gut investierte Zeit, und sie ist schneller erledigt, als die meisten denken.
Was Sie von Agenturversprechen halten sollten
Handwerker sind ein beliebtes Ziel für Kaltakquise mit großen Versprechen: Platz eins bei Google, garantiert, für 99 Euro im Monat. Seien Sie skeptisch. Positionen kann niemand garantieren, und hinter solchen Angeboten steckt meist ein Eintrag in ein paar Verzeichnisse und sonst wenig. Seriöse Unterstützung erkennen Sie daran, dass jemand zuerst nach Ihren Leistungen, Ihrer Region und Ihren Zielen fragt, Ihnen erklärt, was er konkret tut, und realistische Zeiträume nennt. Bei Fragen dazu hilft unser Team im Bereich Online Marketing gerne mit einer ehrlichen Einschätzung, auch wenn die Antwort lautet, dass Sie vieles davon selbst erledigen können.
Unser Fazit
SEO für Handwerker ist kein Hexenwerk, sondern eine Abfolge naheliegender Schritte: gepflegtes Google-Profil, eine Seite pro Leistung, Texte in Kundensprache, echte Fotos, einheitliche Daten. Nichts davon erfordert Vorkenntnisse, das meiste nur Konsequenz. Und der beste Zeitpunkt ist tatsächlich jetzt, gerade weil die Bücher voll sind. Denn Sichtbarkeit, die Sie heute aufbauen, entscheidet darüber, wie es weitergeht, wenn die Konjunktur im Handwerk irgendwann wieder normale Züge annimmt.